Stabile soziale Durchmischung

19.04.2011 - Medienmitteilung

Zurück zu Aktuell

Die soziale Durchmischung in und zwischen den Gemeinden ist in den letzten Jahren leicht gestiegen. Dies zeigt die Entwicklung der steuerbaren Einkommen von Haushalten mit Kindern zwischen 1999 und 2007.

Die finanziellen Verhältnisse, in denen Kinder aufwachsen, prägen ihren Alltag und ihre Entwicklung. In einer kürzlich veröffentlichten Studie untersucht das Statistische Amt des Kantons Zürich die finanzielle Situation von Haushalten mit Kindern in den Zürcher Gemeinden. Im Zentrum der Untersuchung steht die Frage, ob besonders wohlhabende und wenig wohlhabende Familien sich in unterschiedlichen Gemeinden niederlassen.

Keine Anzeichen zunehmender «Abschottung» …

Der Anteil besonders wohlhabender Haushalte schwankt in den Zürcher Gemeinden beträchtlich. Als besonders wohlhabend werden jene 25 Prozent der Steuerpflichtigen im gesamten Kanton bezeichnet, die die höchsten Einkommen versteuern. 2007 gehörten 72 Prozent der Haushalte mit Kindern in Uitikon zu dieser Einkommensklasse. In Sternenberg betrug der Anteil dieser finanziell besonders privilegierten Gruppe nur 18 Prozent. Zwischen 1999 und 2007 ist es zu keiner stärkeren Konzentration von besonders wohlhabenden Haushalten in den finanzstarken Gemeinden Zürichs gekommen. Es gibt also keine Anzeichen dafür, dass eine zunehmende lokale «Abschottung» finanziell besonders privilegierter Haushalte mit Kindern stattgefunden hat. Dies ist der Fall, obwohl die Spitzeneinkommen überdurchschnittlich stark gestiegen sind.

Bei den wenig wohlhabenden Haushalten hat sogar ein Ausgleich zwischen finanzstarken und finanzschwachen Gemeinden stattgefunden. Zwischen 1999 und 2007 ist die folgende Tendenz zu beobachten: Der Anteil wenig wohlhabender Haushalte hat sich in den finanzstarken Gemeinden stärker erhöht als in den finanzschwachen Gemeinden, wo er zum Teil sogar zurückgegangen ist. Somit hat die soziale Durchmischung zwischen den Gemeinden zugenommen. Innerhalb der Gemeinden ist das Einkommensspektrum damit etwas breiter geworden.

… trotz zunehmenden Einkommensunterschieden

Diese Ergebnisse sind besonders interessant, weil die Einkommensunterschiede in den letzten Jahren eher zugenommen haben. Darauf deutet die Entwicklung des mittleren Einkommens in den Zürcher Gemeinden hin. In den finanzstarken Gemeinden ist es zwischen 1999 und 2007 stärker gestiegen als in den finanzschwachen. Die geografische Struktur der Einkommensverteilung blieb allerdings weitgehend stabil. In der Stadt Zürich und in den Gemeinden im Osten des Kantons ist das mittlere Einkommen tief, in den Gemeinden am Zürichsee ist es hoch.

Wie die Daten der Steuerstatistik zeigen, hat die Zunahme der Einkommensunterschiede im Kanton Zürich nicht zu einer weiteren Entkoppelung von Lebensräumen geführt, in denen einerseits besonders wohlhabende und anderseits finanziell unterprivilegierte Familien leben. Dies ist ein erfreulicher Befund. Für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das gegenseitige Verständnis ist es positiv zu werten, wenn Kinder unterschiedlicher sozialer Herkunft in derselben Gemeinde aufwachsen.


statistik.info 2011/05. Die Entwicklung der Steuerkraft in den Zürcher Gemeinden, Ungleichheitsmasse und mittelfristige Trends. Online verfügbar auf der Website des Statistischen Amts des Kantons Zürich: www.statistik.zh.ch/statistik.info

(Medienmitteilung des Statistischen Amtes)

Zurück zu Aktuell