Provisorische Ergebnisse der kantonalen Bevölkerungserhebung 2016 - Zürcher Bevölkerung erneut kräftig gewachsen

07.02.2017 - Medienmitteilung

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Ende 2016 zählte der Kanton Zürich 1‘482‘003 Einwohnerinnen und Einwohner. Damit hat die Bevölkerungszahl im Laufe des vergangenen Jahres um 1,3 Prozent zugenommen. Dies zeigt die jüngste Erhebung des Statistischen Amts.

2016 ist die Bevölkerung um 18‘544 Personen gewachsen, was etwa der Einwohnerzahl der Stadt Regensdorf entspricht. Das Wachstum hat sich gegenüber den beiden Vorjahren leicht abgeschwächt, liegt aber im Mittel der fünf letzten Jahre. Hauptursache für das Wachstum ist die Zuwanderung, besonders jene aus dem Ausland. Die Wanderungsgewinne, das heisst die Bilanz aus Zu- und Wegzügen, machten gut zwei Drittel des Zuwachses aus. Den Rest trug der Geburtenüberschuss bei, denn die Zahl der Geburten überstieg jene der Sterbefälle.

Stärkste prozentuale Zunahme im Knonaueramt

Die Bevölkerung ist in sämtlichen Zürcher Regionen gewachsen, aber unterschiedlich stark. Prozentual am meisten zugelegt haben das Knonaueramt mit 2,3 Prozent und das Glattal mit 2,0 Prozent. Nur wenig gewachsen sind das Weinland mit 0,2 Prozent und der Zimmerberg mit 0,6 Prozent. In absoluten Zahlen liegt die Stadt Zürich klar vorne – vor dem Glattal, dem Raum Winterthur und dem Oberland.

Sieben Gemeinden vereinen Hälfte des Zuwachses

Die Bevölkerung der Kantonshauptstadt ist im vergangenen Jahr um rund 5‘100 Personen gewachsen. Sie zählt, gemäss der kantonalen Erhebung, neu rund 401‘100 Einwohnerinnen und Einwohner und liegt damit wieder über der 400‘000er-Marke, was letztmals 1973 der Fall war. Ebenfalls kräftig zugelegt haben Winterthur mit gut 1‘300 und Opfikon mit knapp 1‘000 Personen. Zusammen mit Dübendorf, Kloten, Uster und Küsnacht vereinen die erwähnten Städte die Hälfte des letztjährigen Zuwachses auf sich. In Prozenten zeigt sich natürlich ein anderes Bild: Am meisten gewachsen sind die drei ländlichen Gemeinden Kappel am Albis mit acht Prozent sowie Weiach und Lufingen mit je knapp sieben Prozent. Aber nicht alle Zürcher Gemeinden sind gewachsen. 37 sind leicht geschrumpft, und drei Gemeinden hatten Ende 2016 exakt gleich viele Einwohnerinnen und Einwohner wie im Vorjahr. Die Gemeinde Maur hat die 10‘000er-Marke geknackt und ist damit, statistisch gesehen, zur 30. Stadt des Kantons avanciert.

Gut ein Viertel mit ausländischen Wurzeln

Die Zahl der ausländischen Staatsangehörigen belief sich Ende 2016 auf rund 389‘500. Dies entspricht einem Ausländeranteil von 26,3 Prozent, 0,3 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Gut 67 Prozent stammen aus einem EU- oder EFTA-Staat, knapp 18 Prozent aus dem übrigen Europa und 15 Prozent aus den übrigen Teilen der Welt. Deutschland und Italien stellen mit 88‘000 respektive 53‘000 Personen die grössten ausländischen Bevölkerungsgruppen, sie sind beide im letzten Jahr um über 1‘000 Personen gewachsen. Portugal ist mit 28‘000 an dritter Position, vor Kosovo, Spanien, Mazedonien, Serbien, der Türkei und Österreich.

Grosse Landeskirchen verlieren Mitglieder

Die kantonale Bevölkerungserhebung erfasst die Einwohnerinnen und Einwohner auch nach der Konfessionszugehörigkeit. Ende 2016 war die Bevölkerung zu 29,6 Prozent evangelisch-reformiert und zu 26,6 Prozent römisch-katholisch. Etwa 0,3 Prozent gehörten zu den übrigen anerkannten Religionsgemeinschaften, nämlich zur christkatholischen Kirche oder zu einer der beiden anerkannten jüdischen Gemeinden. Die restlichen 43,5 Prozent der Bevölkerung gehören keiner oder einer anderen Religionsgemeinschaft an. Die evangelisch-reformierte Landeskirche hat innert Jahresfrist rund 5‘700 Mitglieder verloren, vor allem durch Sterbefälle und Austritte. Die römisch-katholische Kirche hat per Saldo knapp 600 Mitglieder verloren: Im Gegensatz zum Vorjahr haben 2016 die Gewinne durch Zuwanderung die Verluste durch Austritte und Sterbefälle nicht kompensieren können. Während die Reformierten in sämtlichen Zürcher Regionen Mitglieder verloren haben, gilt dies bei der katholischen Kirche nur für die Regionen Zürich, Zimmerberg, Winterthur und Limmattal. Stark zugelegt hat erneut die Gruppe der Personen mit anderer oder ohne Konfession, sie ist im letzten Jahr um rund 24‘800 Personen gewachsen.

Visualisierung des Bevölkerungswachstums

Wie sich die Bevölkerung der einzelnen Gemeinden und Regionen in letzter Zeit verändert hat, zeigt eine interaktive Darstellung  

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Wozu dienen die Bevölkerungszahlen?

Die kantonale Bevölkerungserhebung wird seit 1962 alljährlich durchgeführt. Die Zahlen dienen in erster Linie als Grundlage für die Festsetzung des kantonalen Finanzausgleichs, darüber hinaus auch als Schlüssel für die Verteilung der Kantonsratssitze auf die Wahlbezirke sowie für die Kostenbeiträge an die anerkannten Religionsgemeinschaften. Seit 2010 werden nicht mehr nur die Mitglieder der evangelisch-reformierten, der römisch-katholischen und der christkatholischen Kirche erfasst, sondern auch jene der beiden anerkannten jüdischen Gemeinden, der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich sowie der Jüdischen Liberalen Gemeinde.

Wie wird genau gezählt?

Die Erfassung erfolgt jährlich per 31. Dezember. Zur Wohnbevölkerung einer Gemeinde zählen nur Personen mit Hauptwohnsitz in der Gemeinde, nicht jedoch jene mit Nebenwohnsitz. Bei den schweizerischen Staatsangehörigen sind es jene, die in der Gemeinde gemeldet sind. Bei den ausländischen Staatsangehörigen sind es sämtliche Personen mit Ausweis B (Aufenthalter/innen) oder C (Niedergelassene) und von den übrigen Ausländerkategorien all jene, die seit mindestens einem Jahr ununterbrochen in der Gemeinde leben. Nicht gezählt werden Personen im Asylverfahren.

Weshalb provisorisch?

Da die Gemeinden ihre Einwohnerdaten elektronisch an das Statistische Amt liefern, steht jeweils bereits anfangs Februar eine kantonale Einwohnerzahl zur Verfügung. Die Zahlen werden in der nun vorliegenden provisorischen Form Anfang März im Amtsblatt publiziert. Nach Ablauf einer Rekursfrist von 30 Tagen werden die Bevölkerungszahlen definitiv.

Begriffe

- Geburtenüberschuss = Mehr Geburten als Sterbefälle.
- Wanderungsgewinne = Zahl der Zuwanderungen übertrifft jene der Wegwanderungen.  

(Medienmitteilung des Statistischen Amts)

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