Saubere Technologien als Wirtschaftsfaktor

25.05.2016 - Mitteilung

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Auf Cleantech ruhen grosse Hoffnungen für eine nachhaltige Entwicklung. Im Kanton Zürich sind elf Prozent der Beschäftigten in Cleantech-Branchen tätig, wobei der Sektor stark von wissensintensiven Dienstleistungen geprägt ist.

Die Welt steht vor grossen Herausforderungen: Schwindende Ressourcen und steigende CO2-Emissionen bedrohen die Lebensgrundlagen der Menschheit, die biologische Vielfalt ist in Gefahr. Um die international vereinbarten umwelt-, klima- und energiepolitischen Ziele zu erreichen, sind Verhaltensänderungen nötig. Aber auch neue Technologien sind gefragt – oft bezeichnet mit dem Schlagwort «Cleantech».

Branchenübergreifender Wirtschaftszweig

Cleantech meint eine nachhaltige Art des Wirtschaftens. Der Begriff fasst Industrien und Dienstleistungen zusammen, die zum langfristigen Schutz der natürlichen Ressourcen und zur Erhaltung der endlichen Energieträger beitragen. Dabei deckt er sämtliche Schritte des Wertschöpfungsprozesses ab, von der Forschung und Entwicklung über die Produktion bis hin zur Anwendung und Vermarktung. Cleantech-Betriebe gehören verschiedenen Branchen an, zum Beispiel dem Baugewerbe, der Energieversorgung oder dem Verkehrswesen. Bei grossen Firmen arbeiten oft nur einzelne Unternehmensbereiche im Cleantech-Markt. Dieser wird wiederum häufig in die Teilmärkte Energieeffizienz, erneuerbare Energien, Kreislaufwirtschaft, Mobilität, Rohstoffeffizienz, Wasserwirtschaft und Dienstleistungen unterteilt. Das Statistische Amt hat in Zusammenarbeit mit ErnstBasler + Partner Cleantech im Kanton Zürich porträtiert.

Volkswirtschaftliche Kennzahlen von Cleantech 2013

Schweiz und Kanton Zürich, Anteile an der Gesamtwirtschaft, in Prozent

Zehn Prozent der Wertschöpfung

2013 arbeiteten im Kanton Zürich 14'800 Betriebe mit 87'000 Angestellten in Cleantech-Branchen. Dabei handelt es sich um Vollzeitäquivalente – Teilzeitstellen wurden also in Vollzeitjobs umgerechnet. Mit seinem Personalbestand trägt der Cleantech-Sektor elf Prozent zur Gesamtbeschäftigung des Kantons bei, und er erwirtschaftet eine geschätzte Bruttowertschöpfung von zwölf Milliarden Franken. Während Cleantech im Kanton Zürich zehn Prozent der Bruttowertschöpfung der Gesamtwirtschaft erarbeitet, sind es landesweit etwas mehr, nämlich dreizehn Prozent.

Schwerpunkt im städtischen Raum

Viele Cleantech-Betriebe siedeln sich in der Nähe urbaner Zentren an. Im Kanton Zürich liegen die Beschäftigungsschwerpunkte denn auch in der Hauptstadt, im angrenzenden Glattal, in Winterthur und im Oberland. Zusammen vereinen diese Räume zwei Drittel aller Cleantech-Beschäftigten auf sich. Umgekehrt ist Cleantech für die Wirtschaft einer Region jedoch umso bedeutender, je ländlicher sie ist. So arbeiten im Weinland 21 Prozent aller Beschäftigten in Cleantech-Branchen. Und im Furttal kommt Cleantech auf einen Anteil von 18 Prozent, während es in der StadtZürich nur acht Prozent sind. Kantonsweit sorgt Cleantech wie erwähnt für elf Prozent aller Stellen.

Beschäftigte in Cleantech-Industrien sowie -Dienstleistungen 2013

Kanton Zürich, räumliche Verteilung der Beschäftigten, in Vollzeitäquivalenten

Sonderfall Dienstleistungen

Unter den Cleantech-Betrieben zieht es vor allem jene in die Städte, die «Knowledge Intensive BusinessServices» (KIBS) anbieten – sogenannte wissensintensive Dienstleistungen. Zu diesen Betrieben zählen Unternehmensdienstleister oder spezialisierte Rechtsdienstleister, die als eigentliche Katalysatoren der wirtschaftlichen Entwicklung dienen, indem sie andere Firmen dabei unterstützen, ihre Produkte marktgerecht zu entwickeln und auch zu vermarkten. KIBS-Anbietersuchen die Nähe von anderen spezialisierten Dienstleistungsbetrieben sowie von hochqualifizierten Arbeitskräften, was ihre Vorliebe für die grossen Zentren erklärt. So arbeiten nahezu 60 Prozent aller Beschäftigten, die bei einem KIBS-Anbieter im Kanton Zürich angestellt sind, in der Kantonshauptstadt.

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