Geburtenentwicklung interaktiv

24.03.2017 - Mitteilung

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Die interaktive Visualisierung zeigt, wie sich die demografischen Komponenten der Geburtenentwicklung im Kanton Zürich von 1990 bis 2015 verändert haben.

Dargestellt ist für die Frauen, die sich zum jeweiligen Zeitpunkt im sogenannt gebärfähigen Alter zwischen 15 und 49 (horizontale Achse) befunden haben:

  • deren Zahl nach Altersjahren,
  • deren altersspezifische Geburtenziffer (Zahl der Geburten der Frauen im Alter x bezogen auf 1'000 Frauen des Alters x)
  • und als Ergebnis die Zahl der von ihnen im Kalenderjahr geborenen Kinder,

jeweils für die Schweizerinnen, die Ausländerinnen und die Frauen insgesamt. Mit den beiden Schiebern lassen sich zwei Referenzjahre miteinander vergleichen: Wächst eine Grösse zwischen Startjahr (graue Linie) und Endjahr (blaue Linie), so ist die Fläche dazwischen grün eingefärbt, rot hingegen wenn sie abnimmt.  

Die Zahl der Frauen und ihre Altersverteilung sowie deren altersspezifische Geburtenziffer haben sich im Verlaufe der Zeit unterschiedlich entwickelt ─ was sich auf die Zahl der Geburten auswirkte. Zwei Beispiele (die mit den Knöpfen eingestellt werden können) für unterschiedliche Zeiträume sollen dies veranschaulichen.

Beispiel 1: 2001 bis 2015 ─ steigende Geburtenzahlen

Seit 2001 sind die Geburtenzahlen Jahr für Jahr gestiegen. 2014 und 2015 kamen je 16'900 Kinder zur Welt, 4'500 mehr als 2001. Zum Kindersegen haben sowohl schweizerische wie auch ausländische Mütter beigetragen.

Im Kanton Zürich leben gegenüber früher deutlich mehr 25─39-jährige Frauen, die derzeit über 85 Prozent der Kinder auf die Welt bringen. Die Zahl der 25─39-jährigen Frauen ist von 2001 bis 2015 um rund 23'000 auf rund 170'000 Personen angewachsen. Die grün eingefärbte Fläche im Bestand ist bei den Schweizerinnen allerdings sehr klein, bei den Ausländerinnen hingegen um einiges grösser (obere drei Diagramme in der Visualisierung). Grund dafür ist die Zuwanderung, denn es hat einzig die Zahl der ausländischen Frauen zugenommen. Bei den Schweizerinnen haben die geburtenstarken Jahrgänge der Sechzigerjahre am Anfang der 2000er-Jahren das Alter 40 überschritten und sind durch nachfolgende geburtenschwächere Jahrgänge, Zuzüge oder Einbürgerungen nur knapp ersetzt worden.

Zur Zuwanderung kommt ein Nachholeffekt hinzu: Viele Frauen haben zu Beginn des Jahrtausends ihre Mutterschaft aufgeschoben und nun in einem späteren Alter nachgeholt. Die Geburtenhäufigkeit der über-30-jährigen Frauen hat zu-, jene der unter-30-jährigen Frauen hingegen abgenommen (mittlere drei Diagramme). Die zusammengefasste Geburtenziffer, die durchschnittliche Zahl der Kinder je Frau, hat dabei zwischen 2001 und 2015 nur wenig zugenommen, von knapp 1,4 auf gut 1,5.

Die grün eingefärbte Fläche bei den Geburten nimmt sowohl bei den Schweizerinnen wie den Ausländerinnen zu (untere drei Diagramme). Sie verschiebt sich aufgrund des Nachholeffekts nach rechts. Bei den Ausländerinnen auch deshalb, weil die neu zugewanderten Frauen aus dem EU-Raum die Kinder ebenso spät bekommen wie die Schweizerinnen, und der Anteil von jungen Müttern, die häufig aus Nicht-EU-Ländern stammen, rückläufig ist.

Beispiel 2: 1990 bis 2000 ─ Geburtenzahl konstant

Von 1990 bis 2000 blieb die Geburtenzahl relativ konstant bei etwa 13'000 pro Jahr. Bei den Schweizerinnen nahm sie in diesem Zeitraum um 2'400 ab, bei den Ausländerinnen hingegen um 2'700 zu.

Die Zahl der 25─39-jährigen Frauen ist von 1990 bis 2000 insgesamt um knapp 4'000 Personen angewachsen. Dabei schrumpfte die Zahl der Schweizerinnen dieser Altersgruppe um knapp 12'000 Personen (rot eingefärbt), jene der Ausländerinnen stieg hingegen aufgrund der Zuwanderung um knapp 16'000 Personen an (grün eingefärbt). Bei den Schweizerinnen haben die geburtenstarken Jahrgänge der Sechzigerjahre am Anfang der 1990er-Jahren das Alter 30 überschritten, was bei den 20─30-jährigen Frauen eine grosse Lücke hinterliess. Dadurch ist die Bestandesbilanz bei den Schweizerinnen deutlich negativ. Die Bilanz der Ausländerinnen ist hingegen aufgrund der Zuwanderung positiv (obere drei Diagramme in der Visualisierung).

Bei den Schweizerinnen kommt zum Bestandesschwund eine Änderung im generativen Verhalten hinzu. Viele haben in den 1990er-Jahren ihre Mutterschaft aufgeschoben, die Geburtenhäufigkeit der unter-30-jährigen Frauen war stark rückläufig (mittlere drei Diagramme). Die zusammengefasste Geburtenziffer, die durchschnittliche Zahl der Kinder je Frau, blieb zwischen 1990 und 2000 aber nahezu konstant niedrig bei knapp 1,4.

Die grün eingefärbte Fläche bei den Geburten nimmt einzig bei den Ausländerinnen zu (untere drei Diagramme). Sie steigt bei ihnen aufgrund der Zuwanderung bei allen Altersgruppen an. Da viele zugewanderte Frauen aus Nicht-EU-Ländern stammten, nimmt der Anteil von jungen Müttern zu.

Datengrundlage

BEVNAT, ESPOP/STATPOP (Bundesamt für Statistik)

Auswertungen und Visualisierung: Statistisches Amt Kanton Zürich

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